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    SIS ausfüllen: Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Beispielen

    Fachredaktion Pflegeplan KI · Veröffentlicht am 24.06.2026

    Die SIS füllen Sie in fünf Schritten aus: das Gespräch vorbereiten, die persönliche Sichtweise der pflegebedürftigen Person im Eingangsfeld (Feld A) im O-Ton festhalten, die sechs Themenfelder fachlich einschätzen (Feld B), pflegerelevante Risiken über die Risikomatrix bewerten (Feld C) und daraus den Maßnahmenplan ableiten. Entscheidend ist: individuell formulieren und nur Pflegerelevantes dokumentieren.

    Diese Anleitung richtet sich an Pflegefachkräfte in der ambulanten und stationären Pflege, die eine SIS sicher, prüffest und in vertretbarer Zeit erstellen wollen. Wenn Sie zuerst die Grundlagen brauchen, lesen Sie den Beitrag „Was ist die SIS? Die sechs Themenfelder“ – hier geht es direkt ums Ausfüllen.

    SIS ausfüllen in 5 Schritten – der Überblick

    1. Vorbereiten: Stammdaten, vorhandene Befunde und das persönliche Gespräch organisieren.
    2. Feld A – Eingangsfrage: die persönliche Sichtweise der Person im O-Ton festhalten.
    3. Feld B – die sechs Themenfelder: den pflegefachlichen Ist-Stand je Themenfeld beschreiben.
    4. Feld C – Risikomatrix: pflegerelevante Risiken einschätzen und nachvollziehbar begründen.
    5. Maßnahmenplan ableiten: aus SIS und Risiken konkrete Maßnahmen entwickeln.

    Schritt 1: Das Gespräch und die Unterlagen vorbereiten

    Bevor Sie schreiben, schaffen Sie die Grundlage: Stammdaten, Diagnosen, Medikation und vorhandene Befunde zusammentragen und ein ruhiges Gespräch mit der pflegebedürftigen Person (und – wenn gewünscht – mit Angehörigen) ermöglichen. Die SIS lebt von der Perspektive der Person, nicht vom Abhaken einer Checkliste.

    Schritt 2: Feld A – die Eingangsfrage im O-Ton

    In Feld A steht die persönliche Sichtweise der Person – möglichst wörtlich. Die Eingangsfrage lautet sinngemäß: „Was bewegt Sie im Augenblick? Wobei brauchen Sie Unterstützung?" Halten Sie die Antwort im O-Ton fest, ohne sie in Fachsprache zu übersetzen.

    Beispiel-Formulierung: „Ich möchte morgens in Ruhe frühstücken und so lange wie möglich allein zur Toilette gehen. Vor dem Treppensteigen habe ich Angst zu stürzen."

    Schritt 3: Feld B – die sechs Themenfelder einschätzen

    In Feld B beschreiben Sie je Themenfeld den pflegefachlichen Ist-Stand: Was kann die Person selbst, wobei braucht sie Unterstützung, welche Auffälligkeiten gibt es? Formulieren Sie konkret und überprüfbar – so, wie Sie es einer neuen Kollegin erklären würden. Diese Beispiele zeigen den Ton:

    • Themenfeld 1 – Kognition & Kommunikation: „Frau K. ist zeitlich teilweise desorientiert, erkennt vertraute Personen. Sie versteht kurze, einfache Sätze; Aufforderungen müssen wiederholt werden."
    • Themenfeld 2 – Mobilität: „Herr M. geht in der Wohnung selbstständig, im Außenbereich mit Rollator. Nachts besteht beim Toilettengang erhöhte Sturzgefahr (siehe Risikomatrix)."
    • Themenfeld 3 – Krankheitsbezogene Anforderungen: „Insulinpflichtiger Diabetes; Blutzuckerkontrolle und Insulingabe morgens und abends. Kompressionsstrümpfe werden morgens angezogen."
    • Themenfeld 4 – Selbstversorgung: „Frau S. wäscht Gesicht und Hände selbst, benötigt Unterstützung beim Duschen und Ankleiden. Trinkt zu wenig (siehe Risikomatrix Flüssigkeit)."
    • Themenfeld 5 – Leben in sozialen Beziehungen: „Frau B. telefoniert täglich mit ihrer Tochter, nimmt am Singkreis teil. Wünscht sich mehr Kontakt zu Mitbewohnern."
    • Themenfeld 6 – Haushaltsführung (ambulant) bzw. Wohnen/Alltag (stationär): „Herr L. erledigt kleine Aufgaben selbst, braucht Unterstützung beim Einkaufen und bei der Wäsche."

    Schritt 4: Feld C – Risiken über die Risikomatrix einschätzen

    In Feld C bewerten Sie die pflegerelevanten Risiken und Phänomene – etwa Dekubitus, Sturz, Schmerz, Inkontinenz sowie Ernährung und Flüssigkeit. Wichtig ist der rote Faden: Jedes Risiko, das Sie in den Themenfeldern angedeutet haben (z. B. nächtliche Sturzgefahr), muss in der Risikomatrix nachvollziehbar wieder auftauchen und begründet sein.

    Schritt 5: Aus der SIS den Maßnahmenplan ableiten

    Aus der eingeschätzten Situation und den Risiken entstehen die konkreten Maßnahmen. Eine gute Maßnahme beantwortet die fünf W-Fragen: Wer? Was? Wann? Wie oft? Warum? Vermeiden Sie Floskeln wie „auf Sturzgefahr achten" – formulieren Sie überprüfbar, etwa: „Nachts Bewegungsmelder und Nachtlicht aktiv; bei Toilettengang Begleitung anbieten (wegen erhöhter Sturzgefahr)."

    Häufige Fehler beim Ausfüllen der SIS

    • Feld A in Fachsprache statt im O-Ton der Person formulieren.
    • Alles dokumentieren statt nur das Pflegerelevante und die Abweichungen.
    • Risiken in den Themenfeldern andeuten, aber nicht in der Risikomatrix begründen.
    • Maßnahmen ohne erkennbaren Bezug zur SIS – der rote Faden Anamnese → Risiko → Maßnahme fehlt.
    • Vage Floskeln statt konkreter, überprüfbarer Maßnahmen.

    Wie KI das Ausfüllen der SIS beschleunigt

    Der größte Zeitfresser ist nicht das Denken, sondern das Tippen und Strukturieren. Genau hier setzt Pflegeplan KI an: Sie diktieren den Pflegekontext frei, die KI erstellt daraus einen SIS-konformen Entwurf samt Maßnahmenvorschlägen und Risikoeinschätzung. Jeder Vorschlag bleibt prüfbar und wird erst nach Ihrer fachlichen Freigabe übernommen (Human-in-the-Loop) – die fachliche Verantwortung bleibt vollständig bei Ihnen.

    Häufige Fragen

    Wer darf die SIS ausfüllen?
    Die SIS füllt eine examinierte Pflegefachkraft aus, denn sie trägt die fachliche Verantwortung für die Einschätzung der Themenfelder und Risiken. Hilfskräfte oder Auszubildende dürfen zuarbeiten – die fachliche Freigabe bleibt aber bei der Pflegefachkraft.
    Wie lange dauert das Ausfüllen einer SIS?
    Eine vollständige SIS dauert je nach Komplexität und Routine erfahrungsgemäß 30 bis 60 Minuten. Mit Spracheingabe und KI-Unterstützung sinkt vor allem der reine Schreibaufwand, weil der Entwurf automatisch strukturiert wird.
    Was gehört in Feld A (die Eingangsfrage)?
    In Feld A steht die persönliche Sichtweise der pflegebedürftigen Person, möglichst im O-Ton. Es beantwortet sinngemäß: Was bewegt Sie? Wobei brauchen Sie Unterstützung? Pflegefachliche Wertungen gehören nicht hierher, sondern in die sechs Themenfelder.
    Gibt es eine fertige Muster-SIS zum Übernehmen?
    Eine allgemeingültige Muster-SIS zum 1:1-Übernehmen gibt es bewusst nicht, weil jede SIS individuell auf die Person bezogen sein muss. Blanko-Vorlagen und Formulierungshilfen sind erlaubt und sinnvoll – die Inhalte müssen aber individuell erarbeitet werden, sonst drohen Beanstandungen in der MD-Prüfung.
    Worin unterscheiden sich SIS und Maßnahmenplan?
    Die SIS sammelt und bewertet Informationen (Ist-Situation und Risiken), der Maßnahmenplan legt darauf aufbauend die konkreten Pflegemaßnahmen fest – mit Wer, Was, Wann, Wie oft und Warum. Die SIS ist die Grundlage, der Maßnahmenplan die Umsetzung.